Forschung·Systeme·geprüft 2026-08-01
Wie hält man die Anleitungen, mit denen ein Assistent arbeitet, so klein, dass sie ihn schärfen statt zuschütten?

Zweiundzwanzig Anleitungen, keine länger als eine Seite

Ein britischer Entwickler hat den Anleitungs-Katalog veröffentlicht, mit dem er täglich programmiert — samt einer Anleitung darüber, wie man Anleitungen schreibt. Der Fund ist nicht der Katalog. Der Fund ist die Kostenrechnung dahinter: Jede Anleitung kostet entweder Platz im Kopf der Maschine oder Platz im Kopf des Menschen, und man muss wissen, welche von beiden man gerade bezahlt.

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Der Befund

Anleitungen für Sprachmodelle haben zwei Preise — dauerhaft belegter Arbeitsspeicher, wenn der Assistent sie selbst finden soll, oder Erinnerungsvermögen beim Menschen, wenn nur er sie auslösen darf. Wer diesen Preis nicht benennt, sammelt beides an, bis keins von beidem mehr trägt.

Autor
Matt Pocock
Venue
GitHub (mattpocock/skills) (2026)
Lizenz
MIT (Anleitungen und Werkzeuge)
7 Zeilen
So lang ist die meistgenutzte Anleitung des Katalogs — vier Zeilen Kopf, eine Zeile Anweisung. Keine der zweiundzwanzig überschreitet 140 Zeilen. Unsere längste hat 393.
github.com/mattpocock/skills
Die Methode

Wer heute mit einem Sprachmodell arbeitet, schreibt ihm Anleitungen. Kein Code, sondern Text: wie hier vorgegangen wird, worauf zu achten ist, wann etwas fertig ist. Wir haben inzwischen ein Dutzend davon — für illustrierte Geschichten, für Landing-Texte, für Lernlektionen, für die Prüfung von Förderanträgen.

Sie sind gewachsen, wie so etwas wächst: Beim ersten Mal schreibt man drei Sätze, beim dritten Mal fügt man hinzu, was schiefging, und nach einem halben Jahr steht dort ein Text, den niemand mehr ganz liest. Was wir nie aufgeschrieben haben, ist die Frage, was eine gute Anleitung von einer schlechten unterscheidet.

Ein britischer Entwickler hat genau das aufgeschrieben und den gesamten Katalog unter freier Lizenz veröffentlicht — zweiundzwanzig Anleitungen für das tägliche Programmieren, und dazu eine dreiundzwanzigste, die erklärt, wie man die anderen zweiundzwanzig schreibt. Diese eine haben wir gelesen wie ein Fachbuch.

Der Preis, den man nicht sieht

Der Kern ist eine Kostenrechnung mit zwei Posten, und sie erklärt ein Problem, das wir hatten, ohne es benennen zu können.

Eine Anleitung kann so eingerichtet sein, dass der Assistent sie selbst findet — er erkennt an ihrer Beschreibung, dass sie gerade passt, und greift danach. Bequem. Der Preis: Diese Beschreibung muss dauerhaft im Arbeitsgedächtnis liegen, bei jeder einzelnen Antwort, den ganzen Tag, auch wenn die Anleitung nie zum Einsatz kommt. Zwölf solcher Beschreibungen sind zwölf Sätze, die immer mitgetragen werden und um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Oder sie ist so eingerichtet, dass nur der Mensch sie auslösen kann. Dann kostet sie im Arbeitsgedächtnis nichts. Der Preis wandert zum Menschen: Er ist jetzt das Verzeichnis. Er muss wissen, dass es die Anleitung gibt, sonst existiert sie nicht.

Beides sind echte Kosten, und die entscheidende Einsicht ist, dass keine der beiden Seiten „die richtige“ ist. Der zweite Posten ist sogar ausdrücklich kein Übel, das man wegoptimieren sollte: Er ist der Preis dafür, dass ein Mensch entscheidet. Man zahlt ihn dort, wo menschliches Urteil zählt, und spart ihn, wo es nicht zählt.

Wächst der zweite Posten trotzdem über das, was ein Mensch behalten kann, gibt es ein Gegenmittel: einen Wegweiser — eine einzige Anleitung, die alle anderen benennt und sagt, wann welche passt. Statt zwölf Dinge zu erinnern, erinnert man eines. Die Regel dazu ist streng und richtig: Wer eine Anleitung hinzufügt, umbenennt oder entfernt, zieht den Wegweiser im selben Zug mit. Ein Wegweiser, der auf etwas Totes zeigt, ist ein Wegweiser, der lügt.

Die Leiter

Der zweite Fund ist eine Rangfolge dafür, was in einer Anleitung oben steht und was nach unten gehört. Drei Stufen: die Handlungsschritte ganz oben, das Nachschlagewerk darunter, und ganz unten das, was in eine Nebendatei ausgelagert wird und erst geholt wird, wenn ein Hinweis darauf greift.

Der entscheidende Satz betrifft diesen Hinweis: Die Formulierung des Hinweises entscheidet, ob das Ausgelagerte je gelesen wird — nicht sein Inhalt. Wenn etwas unbedingt gelesen werden muss und ein schwach formulierter Hinweis darauf zeigt, ist das kein Ordnungsproblem, sondern eine Wackelstelle: Mal wird es geholt, mal nicht. Die Reparatur ist, den Hinweis zu schärfen — und erst wenn das scheitert, den Text zurück nach oben zu holen.

Wann darf überhaupt ausgelagert werden? Die Antwort ist schlicht: Was jeder Durchlauf braucht, bleibt oben. Was nur manche brauchen, geht nach unten.

Dass das trägt, zeigt der Katalog an sich selbst. Seine meistgenutzte Anleitung ist sieben Zeilen lang, davon vier Zeilen Kopf und eine Zeile Anweisung. Keine der zweiundzwanzig überschreitet 140 Zeilen. Unsere längste hat 393.

Leitwörter

Ein drittes Werkzeug ist sprachlicher Natur und das eleganteste am ganzen Werk. Ein Leitwort ist ein Wort, das das Modell aus seinem Training bereits kennt und mit einem ganzen Verhaltensbündel verbindet — Lektion, Nebel des Krieges, Leuchtspur. Ein einziges solches Wort ersetzt drei Sätze Erklärung, weil es etwas abruft, das schon da ist.

Zwei Beispiele aus dem Werk selbst: Aus „schnell, verlässlich, ohne Überbau“ wird das Wort eng — eine enge Schleife. Aus „eine Schleife, der man glauben kann“ wird rot — die Schleife steht auf Rot, oder sie steht nicht auf Rot. Aus einer weichen Beschreibung ist ein Zustand geworden, den man ablesen kann.

Ein Leitwort wirkt doppelt: im Text, weil der Assistent bei jedem Auftreten dieselbe Sache tut, und beim Aufrufen, weil dasselbe Wort in unseren Gesprächen, unseren Dokumenten und unserem Code den Assistenten zuverlässiger zur richtigen Anleitung führt. Der Rat, ein eigenes Wort zu erfinden, kommt mit einer Warnung: Ein erfundenes Wort ruft nichts ab, man bezahlt in Erklärung, was ein vorhandenes Wort umsonst mitbringt.

Genau hier liegt für uns eine Grenze. Unsere Arbeit ist deutsch, unsere Begriffe sind deutsch — und ein Leitwort wirkt nur in der Sprache, in der tatsächlich gearbeitet wird. Übersetzen ist also Pflicht, und manchmal gibt es das treffende deutsche Wort nicht.

Der Elefant

Die unbequemste Regel ist eine über Verbote. Einem Sprachmodell zu sagen, was es nicht tun soll, holt das Verbotene in den Vordergrund: Wer „denk nicht an einen Elefanten“ liest, denkt an einen Elefanten. Das Nicht ist ein schwaches Wort, das Verbotene ist ein starkes Bild — das Verbot liest sich zur Hälfte wie eine Aufforderung.

Der Rat lautet, das gewünschte Verhalten zu beschreiben, damit das unerwünschte gar nicht erst ausgesprochen wird. Ein Verbot bleibt nur dort erlaubt, wo es wirklich um eine harte Absicherung geht, die sich nicht positiv fassen lässt — und dann gepaart mit dem, was stattdessen zu tun ist.

Wir sind das Gegenbeispiel. Unsere gesammelten Regeln zum Umgang mit gemeinsam genutzten Arbeitsbäumen sind fast vollständig Verbote geworden, weil jede einzelne aus einem Schaden entstanden ist. Und der Ausweg ist vermutlich nicht, sie schöner zu formulieren: Ein Handgriff, der fremde unfertige Arbeit unwiederbringlich löscht, gehört nicht in einen Text, sondern in einen Wächter.

Die benannten Fehler

Vier Fehlerarten trägt das Werk mit Namen ein, und benannte Fehler findet man wieder:

Vorzeitiges Fertigmelden — ein Arbeitsschritt endet, bevor er wirklich fertig ist, weil der nächste schon sichtbar ist und die Aufmerksamkeit nach vorn zieht. Das Gegenmittel ist nicht Ermahnung, sondern eine schärfere Bedingung dafür, wann etwas fertig ist: eine, die man ablesen kann. Erst wenn die sich nicht schärfen lässt, teilt man die Schritte auf zwei getrennte Durchläufe.

Ablagerung — alte Zeilen bleiben liegen, weil Hinzufügen sicher wirkt und Löschen riskant. Das voraussagbare Schicksal jedes Textes ohne festen Kürzungsdurchgang. Unsere Anleitungen sind alle in diesem Zustand.

Wildwuchs — jede Zeile lebendig und trotzdem zu viel Text. Nicht durch Löschen zu heilen, sondern durch die Leiter.

Leerlauf-Zeile — eine Anweisung, die nichts ändert, weil die Maschine es ohnehin so macht. „Sei gründlich“ ist die Musterform. Die Prüfung ist eine einzige Frage, und sie ist überraschend hart: Verhält sich der Assistent mit dieser Zeile anders als ohne? Wenn nein, ist die Zeile bezahlte Stille.

Was wir mitnehmen

Wir werden diesen Katalog nicht installieren. Das wäre der falsche Schluss aus seiner eigenen Kostenrechnung — neun seiner Anleitungen dürfen sich selbst aufrufen und belegen damit dauerhaft Platz, zusätzlich zu unseren eigenen. Ein Teil ist zudem an eine Programmiersprache und eine Werkzeugkette gebunden, die neben unseren anderen Baustellen wenig hergibt.

Was wir mitnehmen, sind die Muster: die Kostenrechnung mit ihren zwei Posten, den Wegweiser, die Leiter samt der Erkenntnis, dass die Formulierung des Hinweises die Wackelstelle ist, die Leitwörter, die Regel gegen Verbote und die vier benannten Fehler.

Und einen Handgriff sofort: den Wächter, der einen gefährlichen Befehl abfängt, bevor er läuft. Unsere Regeln dazu stehen heute in einem Merkzettel. Ein Merkzettel ist ein Ratschlag. Ein Wächter ist eine Zusage.

Vereins-Bezug

Was das für uns bedeutet

  • Wir betreiben inzwischen einen eigenen Katalog solcher Anleitungen — für Geschichten, Landing-Texte, Lernlektionen, Ausstellungen, Anträge. Er ist gewachsen, ohne dass wir je aufgeschrieben hätten, was eine gute Anleitung von einer schlechten unterscheidet. Genau dieses fehlende Dokument liegt hier fertig vor.
  • Die Kostenrechnung ist der Kern. Eine Anleitung, die der Assistent von sich aus greifen darf, muss ihre Beschreibung dauerhaft im Arbeitsgedächtnis halten — bei jeder einzelnen Antwort, auch wenn sie an diesem Tag nie gebraucht wird. Eine Anleitung, die nur der Mensch auslöst, kostet nichts davon, dafür muss der Mensch selbst wissen, dass es sie gibt. Beides sind echte Kosten, und die Frage ist nie „welche ist besser“, sondern „welche bezahlen wir hier“.
  • Gegen die zweite Kostenart hilft ein Wegweiser: eine einzige Anleitung, die die anderen benennt und sagt, wann welche passt. Der Mensch muss dann eine Sache erinnern statt zwölf. Wir führen eine solche Liste bereits als Merkzettel — nur nicht als etwas, das man aufrufen kann.
  • Am unbequemsten ist die Regel gegen Verbote. Einem Sprachmodell zu sagen, was es nicht tun soll, holt genau das Verbotene in den Vordergrund — wer „denk nicht an einen Elefanten“ liest, hat den Elefanten. Der Rat lautet, stattdessen das gewünschte Verhalten zu beschreiben, damit das unerwünschte gar nicht erst ausgesprochen wird. Unsere eigenen Regeln sind über Monate zu einer Sammlung von Verboten geworden.
  • Die Fehlerarten haben hier Namen, und benannte Fehler findet man wieder: das vorzeitige Fertigmelden (ein Arbeitsschritt endet, weil der nächste schon sichtbar ist), die Ablagerung (alte Zeilen bleiben liegen, weil Hinzufügen sicher wirkt und Löschen riskant), der Wildwuchs (jede Zeile lebendig, der Text trotzdem zu lang) und die Leerlauf-Zeile (eine Anweisung, die nichts ändert, weil die Maschine es ohnehin so macht).
  • Ein Muster liegt außerhalb der Anleitungen und ist der schnellste Gewinn: ein kleines Wächter-Programm, das gefährliche Befehle abfängt, bevor sie ausgeführt werden. Unsere Regeln für den Umgang mit gemeinsamen Arbeitsbäumen stehen heute in einem Merkzettel und sind damit ein Ratschlag. Als Wächter wären sie eine Zusage.
Der Plan

Wie wir es nutzen könnten

  1. 1
    Wächter statt Merkzettelgebaut
    Unsere härtesten Regeln zum Umgang mit gemeinsam genutzten Arbeitsbäumen werden aus dem Gedächtnis in ein Prüfprogramm überführt, das vor der Ausführung greift. Die fremde Liste ist dabei nur die Bauform, nicht der Inhalt: Was bei ihm gefährlich ist, ist bei uns erlaubt und umgekehrt.
  2. 2
    Jeder Skill entscheidet, wer ihn auslösen darfgebaut
    Nicht im ursprünglichen Plan, sondern Ergebnis der Messung danach: Alle 23 geprüften Anleitungen durften sich selbst aufrufen — auch die, die deployen, in Stores veröffentlichen oder ein Compliance-Gate stellen. Das Feld, das wir dafür gesetzt hatten, war der Vorgabewert und damit wirkungslos.
  3. 3
    Das Skelett reparieren, nicht die Symptomegebaut
    Die Länge und die Verbotslisten kamen nicht aus den einzelnen Anleitungen, sondern aus der Hausvorlage, nach der sie entstehen — sie kannte kein Feld für den Auslöser, schrieb alles in eine Datei und verlangte einen Abschnitt „Was dieser Skill NICHT macht“.
  4. 4
    Ein Wegweiser für unseren Katalogoffen
    Eine aufrufbare Anleitung, die alle anderen benennt und sagt, wann welche passt — mit der Pflicht, sie bei jeder neuen oder entfernten Anleitung mitzuziehen. Ein Wegweiser, der auf etwas Totes zeigt, ist schlimmer als keiner.
  5. 5
    Kürzungsdurchgang nach der Leiteroffen
    Jede unserer Anleitungen wird einmal gegen die Rangfolge gelesen: Handlungsschritte nach oben, Nachschlagewerk darunter, alles, was nur manche Durchläufe brauchen, hinaus in eine Nebendatei mit einem Hinweis darauf. Ziel ist nicht Kürze um ihrer selbst willen, sondern dass der erste Bildschirm bereits handlungsfähig macht.
  6. 6
    Ein Wörterbuch je Bau-Bereichoffen
    Unsere Begriffe — Töpfe, Kisten, Prüfstand, Münze — sind gewachsen und stehen nirgends an einer Stelle, an der ein Assistent sie zuerst liest. Ein kurzes Wörterbuch je Bereich spart bei jeder Sitzung Erklärsätze und lässt Dateien und Bezeichner gleich benannt werden.
  7. 7
    Karte mit Nebel für große Vorhabenoffen
    Für Vorhaben, die in keine einzelne Sitzung passen, eine Karte aus Entscheidungs-Fragen statt einer Aufgabenliste: Was ist das Ziel, welche Fragen sind jetzt schon scharf genug zum Stellen, und was liegt noch im Nebel und wird erst formuliert, wenn eine frühere Antwort es sichtbar macht.
  8. 8
    Ordnung im Anleitungs-Katalogoffen
    Getrennte Schubladen für veröffentlichte, halbfertige und ausgemusterte Anleitungen, wobei nur die veröffentlichte Schublade in Übersicht und Wegweiser auftaucht — und die Synchronpflicht zwischen beidem als geschriebene Regel, nicht als Gewohnheit.
  9. 9
    Den ganzen Katalog installierenverworfen
    Die zweiundzwanzig Anleitungen als verwaltetes Paket abonnieren, statt einzelne Muster zu übernehmen.
    Verworfen, weil: Das wäre der falsche Schluss aus der Kostenrechnung, die das Werk selbst aufstellt: Neun seiner Anleitungen dürfen sich selbst aufrufen und belegen damit dauerhaft Platz, zusätzlich zu unseren eigenen. Mehrere Namen kollidieren mit Werkzeugen, die wir haben, und ein Teil hängt an einer Programmiersprache, die neben Swift, Kotlin und Godot wenig hergibt.
Ehrlich benannt

Offene Punkte

  • Nichts davon ist gemessen. Der Katalog belegt seine Wirkung nicht — er ist die Arbeitsweise eines einzelnen erfahrenen Entwicklers, aufgeschrieben. Wir übernehmen Muster, keine Ergebnisse, und sollten das auch so berichten.
  • Der erste Umsetzungstag hat einen Fund geliefert, den das Lesen nicht hergab: Die beiden Felder, mit denen man den Auslöser einer Anleitung steuert, heißen ähnlich und bedeuten Gegenteiliges. Das eine versteckt sie aus dem Menü, das andere hält den Assistenten davon ab, sie selbst zu greifen. Wir hatten überall das erste gesetzt — und das steht ohnehin auf dem Wert, den es hatte. Dreiundzwanzig Anleitungen, die wir für menschgeführt hielten, waren es nie. Der Fund ist verallgemeinerbar: Ein Feld, das man setzt, ohne seine Wirkung zu prüfen, ist eine Zusicherung, die nie jemand gegeben hat.
  • Der Wächter selbst wurde am Tag seiner Entstehung von einer parallel laufenden Sitzung eingesammelt: Die eine Zeile, die ihn im Prüfcode freischaltet, lag noch uncommittet im Baum und wanderte in einen fremden Commit mit fremder Nachricht. Wirksam ist sie trotzdem — aber es ist genau der Vorgang, gegen den der Wächter gebaut wurde, und er kann ihn nicht verhindern, weil die andere Seite keinen der neun Handgriffe benutzt hat.
  • Fünfundzwanzig weitere Anleitungen in den Produkt-Ablagen sind noch nicht auf die Auslöser-Frage geprüft. Sie sind Inhalts-Pipelines, keine Auslieferungs-Werkzeuge — der Schaden bei einem ungefragten Lauf ist ein überflüssiger Entwurf, kein Deploy. Deshalb liegen sie hinten, aber sie liegen.
  • Den Katalog vollständig zu installieren wäre der falsche Schluss. Neun seiner Anleitungen dürfen sich selbst aufrufen und belegen damit dauerhaft Platz — zusätzlich zu unseren eigenen zwölf. Wer die Kostenrechnung ernst nimmt, die das Werk selbst aufstellt, übernimmt einzelne Muster und nicht den ganzen Stapel.
  • Mehrere Namen kollidieren mit Werkzeugen, die wir schon haben. Eine Anleitung, die still von einer gleichnamigen überschrieben wird, ist die unangenehmste Art von Fehler, weil nichts davon eine Meldung erzeugt.
  • Ein Teil des Katalogs ist an eine einzige Programmiersprache und eine bestimmte Werkzeugkette gebunden. Wir bauen daneben in Swift, Kotlin, Godot und Python — dort ist der Anteil, der übrig bleibt, deutlich kleiner als die Titel vermuten lassen.
  • Der Katalog setzt einen Aufgabenverwalter im Netz voraus; eine Fassung mit einfachen Dateien liegt bei, ist aber die zweite Wahl des Autors. Für uns ist sie die erste, weil wir bewusst ohne fremde Dienste arbeiten wollen — und ob die Karte mit Nebel ohne solchen Verwalter trägt, ist damit offen.
  • Alle Anleitungen sind englisch. Ein Leitwort wirkt aber nur in der Sprache, in der tatsächlich gearbeitet wird — Übernahme heißt hier übersetzen und nicht kopieren, und dabei geht ein Teil der Wirkung verloren, weil das treffende deutsche Wort nicht immer existiert.
  • Die Regel gegen Verbots-Formulierungen deckt sich mit dem, was über Sprachmodelle bekannt ist, wird hier aber nicht belegt. Und ausgerechnet unsere schärfsten Regeln lassen sich schwer positiv formulieren: Ein Handgriff, der fremde unfertige Arbeit unwiederbringlich löscht, hat keine gute Fassung, die ihn nicht nennt. Der Ausweg dürfte sein, ihn nicht aufzuschreiben, sondern durch einen Wächter unmöglich zu machen.

Der Forschungsradar sammelt fremde Methoden, die zu dem passen, was wir bauen. Externe Entwicklungen (Regulierung, Markt) stehen in den Recherchen; die KI-Modelle selbst im Modell-Katalog.