Forschung · Grafik & 3D · geprüft 2026-08-09
Ein Foto, eine Tonspur, ein sprechender Mensch in Echtzeit — was kostet das an Rechenleistung, und was kostet es uns sonst?

Ein Schritt je Stück — der fotoechte sprechende Kopf neben unserem gerechneten

LeapTalk erzeugt aus einem Porträt und einer Tonspur ein lippensynchrones Video — streamend, unbegrenzt lang, mit einem einzigen Rechenschritt je Videostück. Wir haben es auf der eigenen Karte laufen lassen, mit einem erzeugten Gesicht und dem Ton, den unser eigener Erzähler schon gebacken hat. Es funktioniert — und die Messung dreht ausgerechnet das Verkaufsargument des Papers um.

Experimentell · Horizont: Bald
Der Befund

Ein destilliertes Videomodell mit 1,3 Milliarden Parametern erzeugt 512×512-Video mit 25 Bildern je Sekunde in einem einzigen Diffusionsschritt je Stück, über 142 Sekunden ohne Identitätsverlust. Auf unserer RTX 3090 kostet der Bild-Umsetzer danach aber das 2,6-fache dieses einen Schritts — der Engpass sitzt nicht dort, wo die Arbeit ihn beseitigt hat.

Autor
Rongxiang Zhang, Songhua Liu
Venue
arXiv 2608.00079 (2026)
Lizenz
Gespalten, und das ist der wichtigste Befund: Die Gewichte tragen Apache-2.0 laut Modellkarte, das Code-Repo trägt keine Lizenzdatei — also alle Rechte vorbehalten. Das Paper selbst ist CC BY 4.0.
2,6×
So viel mehr kostet der Bild-Umsetzer als der Rechenschritt, den das Paper auf einen einzigen verkürzt — auf unserer RTX 3090 gemessen. Der gefeierte Teil ist der billige
eigener Lauf 2026-08-09, 17 warme Stücke, Median 1,948 s Umsetzen gegen 0,736 s Rechnen, Streuung 1,01×
Die Methode

Im Juli haben wir einen sprechenden Kopf gebaut, der im Browser rechnet: ein parametrisches Modell, 815 Kilobyte, 0,28 Millisekunden je Bild, ohne Server und ohne Grafikkarte. Er sieht aus wie Computergrafik, weil er Computergrafik ist.

LeapTalk geht den anderen Weg. Eingabe ist ein Foto und eine Tonspur, Ausgabe ist Video von diesem Gesicht, wie es den Ton spricht. Fotoecht, 512 mal 512 Bildpunkte, 25 Bilder je Sekunde. Und — das ist die eigentliche Leistung — in einem einzigen Rechenschritt je Videostück, ohne dass das Gesicht dabei über die Zeit wegdriftet.

Warum ein Schritt technisch schwer ist

Videomodelle rechnen normalerweise in vielen Schritten aus Rauschen ein Bild heraus. Das ist gut, aber langsam, und es verbietet fortlaufende Erzeugung — man kann kein Gespräch führen, wenn jede Antwort erst gerendert werden muss. Die schnellen Verfahren erzeugen stattdessen Stück für Stück, jeweils aufbauend auf dem vorigen. Dann tritt der andere Fehler auf: Der Fehler jedes Stücks wandert ins nächste, und nach ein paar Minuten sieht man einem anderen Menschen zu. Zwischen diesen beiden Enden liegt die Sache fest, und genau das meint der Titel des Papers.

LeapTalk löst es, indem es die Aufgabe umformuliert. Statt von Rauschen zu Bild wird von Daten zu Daten transportiert, entlang einer sogenannten brownschen Brücke: einem Zufallspfad, dessen Anfang und Ende festliegen. Das Ende ist dabei nicht irgendein Bild, sondern das Referenzfoto selbst — dauerhaft, bei jedem Stück neu. Damit hat das Modell an jedem Punkt der Kette einen Anker, der nicht mitdriften kann. Dazu kommt eine Führung, die sich am Ton orientiert, damit die Lippen bei nur einem Schritt nicht einschlafen.

Der Aufsatz selbst ist klein. Das eigentliche Modell ist SoulX-FlashHead mit 1,3 Milliarden Parametern, das wiederum auf dem offenen Videomodell Wan 2.1 aufsetzt; LeapTalk liefert Zusatzgewichte, eine Ton-Projektion und einen schlanken Bild-Umsetzer. Trainiert wurde auf einer einzigen H200 mit Stapelgröße eins — auch das ist bemerkenswert und spricht dafür, dass hier gerechnet und nicht gerastert wurde.

Was der erste eigene Lauf ergeben hat

Wir haben es am 9. August auf unserer RTX 3090 laufen lassen — mit dem Ton, den unser eigener Erzähler ohnehin schon gebacken hat: sechs Folien über den Verein, 142 Sekunden, unsere eigene Stimme. Damit unterscheiden sich die beiden Fassungen in nichts außer dem Kopf.

Es funktioniert. 512 mal 512 Bildpunkte, 25 Bilder je Sekunde, 3.500 Bilder in einem einzigen Lauf. Als Vorlage diente ein Porträt aus unserem eigenen Bildmodell — kein realer Mensch, und damit auch keine Einwilligungsfrage.

Vier Bilder aus demselben Lauf, aufgenommen nach 0,4 — 46 — 92 — 139 Sekunden: dieselbe Person, dieselbe Kleidung, derselbe Hintergrund, unterschiedliche Mundstellungen

Die Kernbehauptung des Papers hält. Nach 142 Sekunden ununterbrochener Erzeugung sieht man immer noch denselben Menschen — genau das, woran die schnellen Verfahren sonst scheitern. Nebeneinandergelegt zeigt sich trotzdem eine Drift: Das Gesicht wird über die Länge etwas schmaler, der Kopf minimal größer im Bild, die Haut eine Spur glatter als in der Vorlage.

Links die erzeugte Vorlage, rechts ein Bild nach 141 Sekunden Erzeugung — unverwechselbar dieselbe Person, mit leicht schmalerem Gesicht und etwas größerem Kopf

Die Zahl, die wir nicht erwartet hatten, steht quer zur Erzählung des Papers. Ein Videostück kostet warm 2,875 Sekunden, und zwar so gleichmäßig, dass die schlechteste Runde nur ein Prozent über der besten liegt. Aufgeteilt:

Anteil je Stück
der eine Rechenschritt, um den es im Paper geht 0,736 s
der Bild-Umsetzer danach 1,948 s
Farbabgleich, Vorgeschichte, Schreiben 0,19 s

Der Teil, den die Arbeit von zwanzig Schritten auf einen verkürzt hat, ist auf unserer Karte der billigere — der Umsetzer kostet das 2,6-fache. Das dreht unsere eigene Vorplanung um: Wir wollten für gebackene Videos die schwere Fassung nehmen, weil Geschwindigkeit kein Kriterium ist. Aber die schlanke Fassung ersetzt genau den teuersten Teil.

Also nachgemessen: die schlanke Fassung

Derselbe Ton, dieselbe Vorlage, nur der Umsetzer getauscht:

je Videostück schlank (TAEHV) schwer (WanVAE)
Rechenschritt 0,733 s 0,736 s
Bild-Umsetzer 0,100 s 1,948 s
gesamt 0,944 s 2,875 s
Bilder je Sekunde 29,65 9,74
Anlauf des ersten Stücks 4 s 90 s

Der Rechenschritt ist auf die dritte Nachkommastelle identisch — es ist dasselbe Modell, nur ein anderer Ausgang. Der Umsetzer wird 19,5-mal billiger, das Ganze dreimal schneller, und der Anlauf schrumpft von anderthalb Minuten auf vier Sekunden, weil ohne den schweren Umsetzer nichts übersetzt werden muss. Bei 25 Bildern je Sekunde Ausgabe heißt 29,65 gerechnete: Es läuft schneller als Echtzeit — auf einer Karte der vorletzten Generation, neben laufender Produktion.

Vier Mundausschnitte, dreifach vergrössert: oben die schwere Fassung, unten die schlanke. Die Zähne sind unten leicht verschmolzen statt einzeln abgesetzt, die Lippenkante weicher

Und der Preis? Die Autoren warnen, die schlanke Fassung werde „an Lippen und feinen Regionen leicht unscharf“. Das stimmt, ist aber schwächer als erwartet: An den Zähnen verschmelzen die Einzelzähne, die Lippenkante wird weicher, die Haut um den Mund glatter. Verwischt ist nichts. Für einen Erzähler, der in einem Präsentationsvideo 300 Pixel breit ist, sieht das niemand; für eine Großaufnahme schon.

⚠️ Ein Vorbehalt gehört dazu: Beide Läufe laufen auseinander. Ein anderer Umsetzer erzeugt andere Latents, also zeigt derselbe Bildindex nicht denselben Laut. Der Bildvergleich ist damit ein Eindruck aus vier Stichproben, keine Messung — anders als die Zeiten daneben.

Macht in Summe 9,74 Bilder je Sekunde, also rund zweieinhalbmal so lange rechnen wie das Video dauert. Veröffentlicht sind 96 für eine RTX 4090 und bis zu 200 für eine H200. Wer diese Zahlen auf eine Karte der vorletzten Generation überträgt, liegt um das Zehnfache daneben.

Und dann kam der Beleg dafür, warum eine Zahl ohne ihre Umstände nichts wert ist. Im zweiten Lauf — 142 Sekunden am Stück — sprang die Zeit je Videostück ab Stück 94 von 2,9 auf 13,5 Sekunden, das Vierteinhalbfache. Nicht das Modell, nicht die Länge: Um 22:09:17 startete auf derselben Karte ein Sprachmodell-Prozess und belegte 8 Gigabyte. Die Karte stand bei 24 018 von 24 576 Megabyte, und LeapTalk schob seine Gewichte fortan über den Bus. Kurios am Rande: Der Sprachmodell-Dienst meldete auf Nachfrage kein geladenes Modell, während sein Prozess die acht Gigabyte hielt.

Als der fremde Prozess seinen Speicher wieder freigab, fiel die Zeit auf 2,9 Sekunden zurück. Dieselbe Arbeit, dieselben Daten: 2,9 — 13,5 — 2,9.

Beide Zahlen gehören deshalb zusammen genannt: 2,9 Sekunden je Stück auf ruhiger Karte, 13,5 auf belegter. Über den ganzen Lauf gemittelt — und darin steckt die Störung — meldet das Programm 3,81 Sekunden je Stück und 7,35 Bilder je Sekunde für 3.500 Bilder in 476 Sekunden. Das ist der Wert, mit dem zu rechnen ist, solange die Karte nebenbei anderes tut: rund dreieinhalbmal so lange rechnen wie das Video dauert. Wer nur die 2,9 zitiert, verkauft einen Sonderfall als Eigenschaft.

Was LeapTalk eigentlich beiträgt — isoliert gemessen

Der Steckbrief hatte bis hierher nur „mit Aufsatz“ gemessen. Also haben wir das Basismodell mit seinem eigenen Code laufen lassen: SoulX-FlashHead, dieselben Gewichte, dieselbe Vorlage, derselbe Ton, dieselbe Karte. Nur eben ohne LeapTalks Destillation.

Das Ergebnis ist eine glatte Zahl. Die Basis rechnet 72 Schritte auf 18 Stücke — also genau vier je Stück. LeapTalk kommt mit einem aus. Und weil der Schritt selbst gleich viel kostet (0,709 gegen 0,736 Sekunden, es ist dasselbe Modell), ist LeapTalks Beitrag damit exakt beziffert: vier Schritte auf einen.

auf demselben Ton, derselben Karte Schritte je Stück je Stück Lauf gesamt
SoulX-FlashHead, wie veröffentlicht 4 ~4,96 s 464 s
+ LeapTalk, schwerer Umsetzer 1 2,875 s 228 s
+ LeapTalk, schlanker Umsetzer 1 0,944 s 46 s

Drei Reihen Mundausschnitte, dreifach vergrössert: oben die Basis mit vier Schritten, in der Mitte LeapTalk mit einem Schritt und schwerem Umsetzer, unten mit schlankem. Die Unterschiede sind gering

Und was kosten die drei gesparten Schritte? Sichtbar fast nichts. Die Basis zeichnet die Lippen eine Spur satter und klarer, die beiden destillierten Fassungen liegen dicht beieinander und nur wenig darunter. Für ein Präsentationsvideo ist der Abstand zwischen 464 und 62 Sekunden das erheblich größere Argument.

⚠️ Auch hier laufen die Fassungen auseinander, es sind also keine gleichen Laute — vier Stichproben, ein Eindruck. Die Zeiten daneben sind gemessen.

🟢 Nebenbefund zur Lizenzfrage weiter oben: Das Basisprojekt hat eine LICENSE-Datei, Apache-2.0. Genau die, die LeapTalks Code-Repo fehlt. Wer den Bildteil ohne diese Lücke braucht, kann also beim Basismodell bleiben — er bezahlt es mit dem Faktor sieben in der Rechenzeit.

Drei Stolpersteine, die in keiner Anleitung stehen

Der Vollständigkeit halber, weil sie alle drei Zeit gekostet haben und keiner davon dokumentiert ist.

Der schwere Pfad kompiliert, der schlanke nicht. COMPILE_VAE hängt am Lite-Schalter: Wer die gute Fassung will, schickt den Bild-Umsetzer durch torchs Übersetzer — und der braucht die Python-Kopfdateien. Fehlen sie, bricht der Lauf nach 45 Sekunden mit einer Meldung ab, in der -lcuda steht. Das sieht nach einem Treiber- oder CUDA-Problem aus und ist eine fehlende Python.h.

Ohne ffmpeg rechnet er erst alles und scheitert dann. 228 Sekunden liefen durch, alle 18 Stücke fertig — und im letzten Schritt, beim Zusammenlegen von Bild und Ton, endet es mit „No such file or directory: ‘ffmpeg’“. Das fertige Bildmaterial liegt als Zwischendatei da und ist zu retten; die Reihenfolge im Programm ist trotzdem die denkbar teuerste.

Das Projekt legt eine Bibliotheksfassung fest, mit der sein eigener Code nicht läuft. Die Gesichtserkennung, die das mitgelieferte Trainingsskript aufruft, gibt es in genau der Fassung nicht mehr, die die Abhängigkeitsliste vorschreibt — die alte Schnittstelle ist dort entfallen. Für die Ableitung ohne Belang, für das Training nicht.

Angenehm dagegen: kein flash_attn nötig. Der Bau fällt sauber auf PyTorchs eigene Aufmerksamkeit zurück, und damit entfällt die Übersetzung, die auf dieser Box üblicherweise der schwierigste Teil ist.

Was im Quelltext steht und in keiner Beschreibung

Zwei Dinge wollten wir wissen, bevor wir das einordnen.

Erstens: Wie groß ist ein Stück? 33 Bilder, zwei davon als Vorgeschichte aus dem vorigen Stück, bei 25 Bildern je Sekunde. Ein Stück ist also 1,32 Sekunden lang, und der Ton dazu muss vorliegen, bevor das erste Bild erscheinen kann. Das ist eine Grenze der Bauweise: Auch mit 200 Bildern je Sekunde beginnt eine Antwort im Gespräch nicht früher als nach gut anderthalb Sekunden. Wer „Echtzeit“ liest und Sofortigkeit erwartet, wird das merken.

Zweitens: Was macht die Gesprächs-Oberfläche? Sie öffnet eine WebSocket-Verbindung zum Echtzeit-Dialogdienst eines chinesischen Konzerns — Zugangsdaten, Stimme, Systemanweisung und der gesamte Gesprächstext laufen dort hindurch. Das steht in der Beispiel-Umgebungsdatei, nicht in der Beschreibung. Der Bildteil bleibt lokal; der Gesprächsteil ist eine Fremdleistung, die niemand bestellt hat, der nur „sprechender Kopf, läuft im Haus“ gelesen hat.

Die Datei, die fehlt

Die Gewichte stehen unter Apache-2.0, das Basismodell ebenfalls, das Paper unter CC BY 4.0. Das klingt nach einer sauberen Lage — und wäre es auch, wenn nicht der Code fehlte. Das Repo enthält keine Lizenzdatei. Die GitHub-API meldet das Lizenzfeld leer, im Wurzelverzeichnis liegt keine.

Ohne Lizenz gilt nicht Großzügigkeit, sondern Urheberrecht: keine Weitergabe, keine Veränderung, keine Einbindung. Für einen Versuch auf der eigenen Maschine ist das folgenlos. Für alles, was danach käme, ist es der erste Schritt, und er ist wahrscheinlich mit einer freundlichen Nachfrage erledigt. Wir schreiben es hierhin, weil das Etikett auf der Modellkarte diese Lücke verdeckt — und weil uns dieselbe Prüfung schon beim Gesangsmodell die entscheidende Auskunft gegeben hat.

Wo wir stehen

Es läuft, es ist gemessen, und die Messung hat unsere Vorplanung an einer Stelle umgeworfen. Was nicht gemessen ist: die Lippen. Unser eigener Kopf trägt dazu eine Zahl — 95,2 Prozent Treffer bei Reden gegen Schweigen —, und für LeapTalk haben wir keine. Der Prüfer dafür liest unsere vorhergesagte Mundspur, kein Video; ihn auf beide Köpfe anzuwenden ist eigene Arbeit, die noch aussteht. Bis dahin gilt für die Lippen ein Augenschein und kein Wert, und ein Augenschein ist keine Zusage.

Praktisch entscheidet ohnehin nicht die Karte, sondern der Kalender: Sie ist im Regelbetrieb belegt: Für diesen Lauf musste der Video-Beiwagen weichen.

Bemerkenswert ist, was von der Sache übrig bleibt, wenn man sie an unserem Zweck misst. Wir wollen keinen Avatar, der antwortet. Wir wollen einen Erzähler, der einmal gebacken wird und danach in einem Präsentationsvideo seine Folien erklärt. Damit verfällt genau das, wofür LeapTalk gebaut ist: Ein Schritt statt zwanzig ist eine Antwort auf eine Frage, die wir nicht stellen. Übrig bleibt ein offenes Modell, das aus einem Bild und einer Tonspur ein Gesicht macht — und die Messung weiter unten sagt, welche Fassung dafür die richtige ist.

Deshalb ist der Vergleich, den wir gebaut haben, kein Wettbewerb. Unser eigener Erzähler hat einen fertig gebackenen Foliensatz über den Verein liegen: sechs Folien, Ton in unserer eigenen Stimme, wortgenaue Marken. Derselbe Ton geht unverändert in LeapTalk, und dann stehen zwei Fassungen nebeneinander, die sich in nichts unterscheiden außer dem Kopf.

Das soll die beiden Wege kenntlich machen, nicht gegeneinander ausspielen. Ein gerechneter Kopf wiegt 1,5 Megabyte, läuft im Browser ohne Netz weiter und zeigt niemanden, den es gibt — das kann kein Diffusionsmodell. Ein fotoechter Kopf trägt Nuancen, die aus 253 Achsen nicht herauskommen — das kann keine Matrixmultiplikation. Beides sind eigenständige Wege, beide bleiben, beide werden weitergebaut. Die Frage ist nicht „welcher gewinnt“, sondern welcher zu welchem Stück passt.

Eine Sache steht schon vor dem ersten Lauf fest, und sie löst den scheinbaren Widerspruch zu unserer eigenen Grenze auf: Das Referenzgesicht kommt aus unserem eigenen Bildmodell. LeapTalk verlangt ein Gesicht, nicht das eines realen Menschen. Ein erzeugtes Porträt bedeutet keine biometrischen Daten, keine Einwilligung, kein Mensch, dem etwas in den Mund gelegt werden kann — und ein Ergebnis, das veröffentlicht werden darf. Der Satz aus dem ersten Bericht bleibt damit auch auf diesem Weg wahr: Wir erzeugen Gesichter, wir vermessen keine.

Vereins-Bezug

Was das für uns bedeutet

  • Es ist der Gegenpol zu dem Kopf, den wir selbst gebaut haben. Unser Erzähler rechnet ein erzeugtes Gesicht aus einem parametrischen Modell — 0,28 Millisekunden je Bild, im Browser, auf der CPU, ohne Grafikkarte. LeapTalk nimmt ein Porträtfoto und erzeugt daraus fotoechtes Video auf einer CUDA-Karte. Beides heißt „sprechender Kopf“ und ist doch nicht dieselbe Sache. Der Unterschied ist nicht die Qualität, sondern die Vorlage.
  • Genau daran hängt unsere Grenze, und sie steht schon zweimal auf dieser Seite: Wir erzeugen Gesichter, wir vermessen keine. Ein Modell, dessen Eingabe das Bild eines realen Menschen ist, produziert Bewegtbild von jemandem, der das nie gesagt hat. Das ist dieselbe Technik, die anderswo Deepfake heißt — unabhängig von der Absicht dessen, der sie startet. Für unsere eigenen Gesichter und für Zeichenfiguren ist das eine Möglichkeit, für fremde nicht, und diese Unterscheidung ist keine Einstellung, sondern eine Entscheidung vor dem ersten Lauf.
  • Für uns zählt allerdings nicht das, wofür es gebaut wurde. Ein Gegenüber, das live antwortet, brauchen wir nicht. Was wir brauchen, ist ein guter Erzähler, der einmal gebacken wird und danach in einem Präsentationsvideo erscheint. Damit fällt das Verkaufsargument des Verfahrens — die Geschwindigkeit — für unseren Fall weg, und es bleibt die Frage nach dem Bild. Der naheliegende Schluss daraus war, für gebackene Videos die schwere Fassung zu nehmen und die Rechenzeit zu ignorieren. Die Messung hat ihn widerlegt, siehe unten.
  • Die mitgelieferte Gesprächs-Oberfläche zeigt allerdings genau das Gegenteil unserer Bauweise: Sie schickt Stimme und Antwort über eine WebSocket-Leitung an einen chinesischen Konzerndienst. Wer das Projekt nachbaut, ohne diese Datei zu lesen, betreibt eine Datenweitergabe, die er nicht bestellt hat. Der Bildteil ist lokal, der Gesprächsteil nicht.
  • Es läuft bei uns, und die interessanteste Zahl steht quer zur Erzählung des Papers. Auf unserer RTX 3090 kostet der eine Rechenschritt 0,74 Sekunden je Videostück — der Bild-Umsetzer danach 1,95 Sekunden. Der Teil, den die Arbeit von zwanzig Schritten auf einen verkürzt hat, ist auf unserer Karte der billigere. Wer hier schneller werden will, muss am Umsetzer ansetzen, nicht am Modell.
Der Plan

Wie wir es nutzen könnten

  1. 1
    Der Code trägt keine Lizenz — nachgesehen, nicht angenommen Ergebnis
    Die Gewichte sind unter Apache-2.0 veröffentlicht, ebenso das zugrundeliegende Basismodell. Das Repo mit dem Code, der sie lädt und betreibt, enthält keine Lizenzdatei; die GitHub-API meldet das Feld leer. Ohne Lizenz gilt kein Nutzungsrecht, auch nicht stillschweigend. Für einen Versuch im Haus ist das folgenlos, für alles Veröffentlichte nicht — und es ist mit einer Nachfrage beim Autor auflösbar. Das ist deshalb kein Einwand gegen die Arbeit, sondern eine Reihenfolge.
  2. 2
    Die mitgelieferte Gesprächs-Oberfläche kommt nicht in Betrieb verworfen
    Das Beispielprojekt betreibt den Dialog über den Echtzeit-Sprachdienst eines chinesischen Konzerns — Zugangsdaten, Stimme, Systemanweisung und Antworttext laufen dort über eine WebSocket-Verbindung. Übernommen würde also unser gesamter Gesprächsverlauf an einen Fremdanbieter gehen.
    Verworfen, weil: Zwei Gründe, und schon der erste genügt: Wir wollen keinen Live-Avatar, sondern einen gebackenen Erzähler für Präsentationsvideos. Und der Dialogweg verstößt gegen den ersten Vereinswert — wenn ein Kopf bei uns spricht, kommen Erkennung, Sprachmodell und Stimme aus dem eigenen Haus. Der Bildteil des Projekts ist davon unberührt und bleibt brauchbar.
  3. 3
    Auf der eigenen Karte gelaufen, mit demselben Ton wie unser Kopf gebaut
    Der Vergleich kostete fast nichts, weil die Hälfte schon fertig war: Unser eigener Erzähler hat einen gebackenen Foliensatz über den Verein liegen — sechs Folien, 142 Sekunden, fertiger Ton in unserer eigenen Stimme. Derselbe Ton ging unverändert in LeapTalk, damit sich die Fassungen in nichts unterscheiden außer dem Kopf. Ergebnis 512×512 bei 25 Bildern je Sekunde, 3.500 Bilder in einem Lauf, die Identität hält über die volle Länge. Warm 2,875 Sekunden je Videostück bei einer Streuung von 1,01 über 17 Stücke; über den ganzen Lauf 3,81 Sekunden, weil zwischendurch ein fremder Prozess die Karte belegte.
  4. 4
    Das Basismodell ohne LeapTalk gemessen — vier Schritte gegen einen gebaut
    Bis dahin war nur „mit Aufsatz" gemessen. Das Basisprojekt SoulX-FlashHead mit seinem eigenen Code auf denselben Gewichten, derselben Vorlage und demselben Ton rechnet 72 Schritte auf 18 Stücke, also genau vier je Stück; LeapTalk kommt mit einem aus, bei gleichem Preis je Schritt. Damit ist der Beitrag der Destillation exakt beziffert. Lauf gesamt 464 gegen 228 Sekunden (schwerer Umsetzer) beziehungsweise 46 (schlanker). Sichtbar kosten die drei gesparten Schritte fast nichts.
  5. 5
    Drei Voraussetzungen, die in keiner Anleitung stehen Ergebnis
    Der schwere Pfad schickt den Bild-Umsetzer durch torchs Übersetzer und braucht dafür die Python-Kopfdateien; fehlen sie, bricht der Lauf nach 45 Sekunden mit einer Meldung ab, die nach einem CUDA-Problem aussieht und keines ist. Ohne ffmpeg läuft die gesamte Rechenarbeit durch und scheitert erst beim Zusammenlegen von Bild und Ton — 228 Sekunden für eine Fehlermeldung, das fertige Bildmaterial bleibt als Zwischendatei liegen. Und die Gesichtserkennungs-Bibliothek in der Fassung, die das Projekt selbst festlegt, hat die Schnittstelle nicht mehr, die sein eigenes Trainingsskript aufruft.
  6. 6
    Die schlanke Fassung nachgemessen — sie ist der Hebel, und sie kostet wenig gebaut
    Derselbe Ton, dieselbe Vorlage, nur der Bild-Umsetzer getauscht. Der Rechenschritt bleibt auf die dritte Nachkommastelle gleich (0,733 gegen 0,736 Sekunden — es ist dasselbe Modell), der Umsetzer fällt von 1,948 auf 0,100 Sekunden. Macht 0,944 statt 2,875 Sekunden je Videostück, 29,65 statt 9,74 Bilder je Sekunde und einen Anlauf von 4 statt 90 Sekunden, weil ohne schweren Umsetzer nichts übersetzt werden muss. Damit läuft es erstmals schneller als Echtzeit. Sichtbar kostet das an den Zähnen und der Lippenkante etwas Definition — klein gegen den Faktor drei.
  7. 7
    Das Referenzgesicht aus dem eigenen Bildmodell erzeugen gebaut
    LeapTalk verlangt ein Gesicht als Vorlage — nicht aber das eines realen Menschen. Ein Porträt aus unserem eigenen Bildmodell löst den Konflikt an der Wurzel: Es entstehen keine biometrischen Daten, niemand muss zustimmen, niemandem kann etwas in den Mund gelegt werden, und das Ergebnis ist veröffentlichbar. Damit bleibt der Satz „wir erzeugen Gesichter, wir vermessen keine“ auch auf diesem Weg wahr. So gemacht: Die Vorlage für unseren Lauf stammt aus krea2 über unser eigenes ComfyUI, drei Runden à drei Bildern. Nebenbefund für den Bildteil — die Verneinungen im Bildauftrag („keine Brille, kein Schmuck“) ergaben dreimal von drei vollständig kahle Köpfe; ohne sie saß es sofort.
  8. 8
    Kennzeichnung, und der Weg für ein reales Gesicht, falls er je gegangen wird offen
    Jedes so erzeugte Bewegtbild wird sichtbar als erzeugt gekennzeichnet, nicht nur in den Metadaten. Und sollte doch einmal ein realer Mensch die Vorlage sein: wessen Gesicht, schriftlich belegt, widerrufbar. Das ist derselbe Punkt, den schon der Gesangs-Steckbrief aufwirft — die Technik ist die kleinere Hälfte der Frage.
Ehrlich benannt

Offene Punkte

  • Unsere Zahl ist jetzt gemessen, und sie liegt weit unter den veröffentlichten. Auf der RTX 3090 in der schweren Fassung: 9,74 Bilder je Sekunde im Median. Veröffentlicht sind bis zu 200 auf einer H200, 104 auf einer A100, und das Basisprojekt nennt 96 für eine RTX 4090. Bei 25 Bildern je Sekunde Ausgabe heißt unsere Zahl: rund zweieinhalbmal so lange rechnen wie das Video dauert, plus 90 Sekunden Anlauf für das Übersetzen des Bild-Umsetzers. Für einen Vortrag, der einmal entsteht, ist das belanglos — für Echtzeit reicht es um den Faktor zweieinhalb nicht. Wer die 4090-Zahl auf eine 3090 überträgt, liegt um das Zehnfache daneben.
  • Der Speicherbedarf ist nirgends veröffentlicht — weder im Paper noch in der Projektbeschreibung noch auf den Modellkarten. Unser eigener Wert ist eine Differenz, keine isolierte Messung: rund zehn Gigabyte, abgelesen als Unterschied zwischen belegter Karte vor und während des Laufs, während daneben andere Dienste weiterliefen. Für die Frage „passt es auf eine 24-GB-Karte" reicht das; als Zahl für einen fremden Aufbau nicht.
  • Der Platz auf der Platte ist eine Falle in der Anleitung. Ihr Download-Befehl holt das ganze Modellverzeichnis — 15,8 Gigabyte. Gebraucht werden für den schweren Pfad 6,9: die schweren Gewichte, der Wan-Umsetzer, der Aufsatz und der Ton-Erkenner. Die schlanken Gewichte und der zweite Umsetzer sind nur für einen Weg nötig, den LeapTalks eigene Vorgabe gar nicht geht — `--model_type` steht auf `pro`, die Lite-Schalter tauschen den Umsetzer, nicht das Modell.
  • Eine Grenze steckt in der Bauweise, nicht in der Geschwindigkeit — sie trifft aber nur den Fall, den wir gar nicht wollen. Ein Stück umfasst 33 Bilder, bei 25 Bildern je Sekunde also 1,32 Sekunden, und der Ton dazu muss vorliegen, bevor das erste Bild erscheinen kann. Im Gespräch kann eine Antwort deshalb nicht früher beginnen als nach gut anderthalb Sekunden, egal wie schnell die Karte ist. Für ein gebackenes Video ist das ohne jede Bedeutung. Aus dem Quelltext abgeleitet, nicht gemessen.
  • Die Autoren benennen die Schwäche ihres eigenen Verfahrens deutlich: Die Verdichtung auf einen einzigen Schritt dämpft hohe Frequenzen, was Lippen unscharf und Bewegung starr macht; die schlanke Fassung mit dem leichten Bild-Umsetzer zeigt das an genau den Stellen, auf die ein Zuschauer sieht. Ihre audiogetriebene Führung soll das ausgleichen. Ob es reicht, entscheidet ein Blick, keine Kennzahl.
  • Woraus trainiert wurde, ist für uns ungeklärt. Das Training läuft auf einem Gesichter-Datensatz namens VividHead; woher diese Gesichter stammen und ob die abgebildeten Menschen zugestimmt haben, steht weder im Paper noch in der Projektbeschreibung. Dieselbe Frage wie bei jedem Gesangs- und Bildmodell, und hier mit besonderem Gewicht, weil das Ergebnis Menschen zeigt.
  • Reife und Herkunft. Das Repo ist am 29. Juli 2026 entstanden, hat einen Autor, 97 Sterne, keine offenen Meldungen und seit dem 4. August keinen neuen Stand. Daneben existiert ein zweites Repo unter fremdem Namen mit wortgleicher Beschreibung; verlinkt von der Projektseite ist nur das des Autors. Beides ist kein Einwand gegen die Arbeit, aber der Grund für die kurze Nachprüffrist dieses Steckbriefs.
  • Die Lippen sind nicht gemessen, und das ist die Lücke, die zählt. Unser eigener Kopf trägt dazu eine Zahl — 95,2 Prozent Treffer bei Reden gegen Schweigen —, für LeapTalk haben wir keine. Der Prüfer dafür liest unsere vorhergesagte Mundspur, kein Video; ihn auf beide Köpfe anzuwenden steht noch aus. Für die Lippen gilt bis dahin ein Augenschein, und der ist keine Zusage. Der Unterschied zwischen schlankem und schwerem Umsetzer ist ebenfalls nur angesehen, nicht gemessen — und weil beide Läufe auseinanderlaufen, lässt er sich nicht Bild gegen Bild vergleichen.
  • Was wir gelesen und getan haben, und was nicht. Gelesen — Paper, Projektseite, Modellkarten, Beispiel-Umgebungsdatei, Startskript und die Parameterliste der Ableitung. Ausgeführt — drei Läufe: zwei mit dem schweren Umsetzer (zusammen 3.500 Bilder), einer mit dem schlanken. Nicht gelesen — der Modellkern und die Trainingsschleife. Nicht ausgeführt — das Training und die Gesprächs-Oberfläche.

Der Forschungsradar sammelt fremde Methoden, die zu dem passen, was wir bauen. Externe Entwicklungen (Regulierung, Markt) stehen in den Recherchen; die KI-Modelle selbst im Modell-Katalog.