MiniMax Music 3 — offene Musik-Gewichte, selbst nachgemessen
Am 13. August 2026 hat MiniMax die Gewichte von Music 3 veröffentlicht: ein ganzes Lied, fünf Minuten, in einem Durchgang. Wir haben es einen Tag später auf unsere RTX 3090 geholt und gegen das Modell gemessen, das bei uns seit Monaten läuft. Drei Angaben des Herstellers hielten der Messung nicht stand — und zwei unserer eigenen Vorwürfe auch nicht.
Music 3 läuft bei uns, und es ist besser als die Ankündigungen vermuten lassen — aber es kostet die ganze Karte. Es gibt nicht 32 kHz aus, sondern 44,1; es hält die bestellte Länge auf die Hundertstelsekunde, sobald es Struktur-Tags bekommt; und warm gerechnet ist es kaum langsamer als Echtzeit. Der „Faktor neun\", den wir zuerst den CUDA-Graphen zugeschrieben hatten, war grösstenteils eine beschädigte Modelldatei bei uns — nach dem Neu-Download rechnet Music 3 dreimal schneller. Es bleibt trotzdem das teurere Modell: ACE-Step 1.5 rechnet zwei Minuten Musik in zwölf Sekunden, trifft jede Länge und steht unter MIT statt unter einem Vertrag. Music 3 lohnt dort, wo gesungen wird.
Quelle: RTX 3090, ComfyUI 0.33.1, je zwei Läufe aus einem Auftrag mit frisch gestartetem Sidecar. Gemessen 2026-08-15, nachdem der Verdacht auf die CUDA-Graphen sich als falsch erwiesen hatte..
Quelle: Dieselben Läufe, jeweils der zweite. Hier zeigt sich, was --highvram bringt: Die Modelle bleiben in der Karte, statt nach jedem Prompt auf den Hauptspeicher zu wandern..
Quelle: Dieselbe Karte, dieselbe Sitzung. Music 3 mit Struktur-Tags, damit es die Länge überhaupt ausfüllt — ohne Tags liefert es nur 49 s..
Quelle: Music 3 auf der RTX 3090, je 15–30 s Musik, freie Karte. Beide Regler wurden in Richtung „mehr Qualität“ gedreht..
Quelle: Hugging-Face-API, abgefragt am 14. August 2026 über alle Dateien der drei Repos. Der ComfyUI-Weg lädt nur drei Dateien, nicht das ganze offizielle Repo..
Quelle: 15 Stücke, alle mit ACE-Step 1.5, je 40 Sekunden, ohne Liedtext, nur die Beschreibung unterschiedlich. Bewertet von einem Hörer am 2026-08-15. Kein Blindtest — der Hörer wusste, welches Genre er bestellt hatte..
Quelle: Lizenzangaben der jeweiligen Repos, plus eine Drittauswertung von acht offenen Musik-Modellen (IT-JIM, 2026). Balkenhöhe = Einsetzbarkeit für einen Verein: 2 = permissiv, 1 = erlaubt mit Auflagen, 0 = nicht-kommerziell gesperrt..
Was da veröffentlicht wurde
Am 13. August 2026 hat MiniMax die Gewichte von Music 3 auf Hugging Face gelegt. Es ist der ambitionierteste offene Musik-Wurf bisher: ein ganzes Lied, bis fünf Minuten, in einem Durchgang, aus einer Textbeschreibung und optionalen Liedtexten.
Ein 8-Milliarden-Parameter-Modell aus Qwen3-8B plant die Struktur Bild für Bild — 25 Bilder je Sekunde. Ein zweites mit 0,6 Milliarden füllt innerhalb jedes Bildes die akustischen Details, ein Flow-Matching-Modell mit 2,4 Milliarden macht daraus die Wellenform. Gesteuert wird nicht über einen Prompt, sondern über eine dreigeteilte Beschreibung: Metadaten, Gesangsdetails, Arrangement — und getrennt davon über Liedtext mit Abschnitts-Tags.
Wir haben es einen Tag später auf unsere RTX 3090 geholt.
Was die Messung an den Angaben korrigiert hat
Die Abtastrate stimmt nicht. Modellkarte, Hersteller-Blog und ComfyUI-Doku nennen übereinstimmend 32 kHz. Die erzeugten Dateien sind 44.100 Hz — in allen sieben Läufen. Ausgerechnet eine Portierung eines Dritten hatte recht, die Primärquelle unrecht.
Und die Achse trägt ohnehin kaum. Wir haben gemessen, wie viel Energie oberhalb von 16 kHz liegt: bei Music 3 −68,9 dB, bei ACE-Step mit seinen 48 kHz −67,3 dB. Praktisch gleich. Wer 48 gegen 32 kHz als Qualitätsargument benutzt, argumentiert an der Messung vorbei — auch wenn er damit unser eigenes Modell lobt.
Deutsch steht in keiner Quelle — das Modell singt es trotzdem. Ob verständlich, entscheidet ein Ohr, nicht ein Messgerät.
Was die Messung an unseren eigenen Vorwürfen korrigiert hat
Unsere erste Messung ergab, dass Music 3 die bestellte Länge unterschreitet: 49 Sekunden statt 120. Das sah nach einer Modellgrenze aus. Es lag an unserer Vorgabe.
Die ComfyUI-Vorlage sagt es deutlich: „Tags are the only executable
structural instructions“ — nur die Abschnittsmarken steuern die Form,
der Liedtext selbst trägt bloß Stimmung. Unsere Vorgabe war
instrumental, also ohne Marken; das Modell hatte nichts, woran es zwei
Minuten aufhängen konnte, und hörte auf. Mit einer echten Liedform aus
[intro], zwei [verse], zwei [chorus], [bridge] und [outro]
liefert es 119,99 Sekunden bei 120 bestellten.
Ebenso überholt ist unsere erste Geschwindigkeitszahl. „Rund zwei Minuten Rechenzeit je Minute Musik“ war eine Kaltstart-Messung: Der erste Lauf nach dem Start lädt 13 GB von der Platte. Warm gerechnet liegt Music 3 kaum über Echtzeit.
Der Grund, warum es trotzdem nicht einzieht
Er steht in keiner Ankündigung. Auf unserer Karte bricht Music 3 reproduzierbar ab:
torch.cuda.graph(...) → capture_end()
cudaErrorStreamCaptureInvalidated
Die Ursache liegt nicht im Modell, sondern in ComfyUIs
Vorausladen (model_prefetch.py), das dafür CUDA-Graphen
aufzeichnet. Weil dieses Vorausladen bei knappem Speicher greift, lag
die Vermutung nahe, eine freie Karte genüge. Sie genügt nicht: Mit
aktiven Graphen und 18,7 GB freiem Speicher brachen vier Läufe ab, acht
Fehler im Protokoll.
Es hilft nur der Schalter --disable-cuda-graphs — und der kostet
Faktor neun. Ein 15-Sekunden-Stück braucht mit Graphen rund 13
Sekunden, ohne sie 114. Das ist die eigentliche Bedingung für den
Selbstbetrieb: zuverlässig und langsam, oder schnell und unbrauchbar.
Wie es sich gegen das schlägt, was wir haben
| MiniMax Music 3 | ACE-Step 1.5 | |
|---|---|---|
| Lizenz | Community License | MIT |
| 30 s Musik rechnen | ~32 s (warm, mit Graphen) | 10–14 s |
| 120 s Musik rechnen | 42 min (betriebssicher) | 12 s |
| Bestellte Länge | nur mit Struktur-Tags | immer exakt |
| Abtastrate | 44,1 kHz | 48 kHz |
| Läufe ohne Fehler | 7 von 9 | 10 von 10 |
| Platzbedarf | braucht die Karte allein | läuft nebenher, ab 6 GB |
| Sprachen | 2 belegt, Deutsch ungeprüft | 50+ genannt |
ACE-Step rechnet zwei Minuten Musik in zwölf Sekunden — zehnmal schneller als Echtzeit, auf derselben Karte, mit exakter Länge und unter einer freien Lizenz. Music 3 müsste das schlagen, nicht eine Lücke füllen.
Was ihm bleibt, ist die eine Sache, die in keiner Tabelle steht: ein Lied in einem Durchgang, das über fünf Minuten zusammenbleibt — und das jetzt, mit Struktur-Tags, belegt ist. Wenn wir je daran scheitern, dass unsere Langformen auseinanderfallen, ist das der Grund zurückzukommen.
Abwägung in einem Satz
Music 3 ist besser, als seine eigenen Angaben vermuten lassen, und es läuft bei uns — aber es verlangt die ganze Karte, einen Schalter, der neun Zehntel seines Tempos kostet, und einen Vertrag statt einer freien Lizenz. Notiert, nicht eingeplant: Der Anlass, es zu holen, wäre eine Fünf-Minuten-Form, die uns heute niemand bestellt — oder ein Hörurteil, das deutlich für seinen Klang ausfällt.
Was das für mana bedeutet
- Drei Herstellerangaben hielten der Messung nicht stand, und alle drei zugunsten des Modells zu prüfen war die Mühe wert. Erstens die Abtastrate: Modellkarte, Hersteller-Blog und ComfyUI-Doku nennen übereinstimmend 32 kHz — die erzeugten Dateien sind 44.100 Hz. Ausgerechnet die Portierung eines Dritten hatte recht und die Primärquelle unrecht. Zweitens taugt diese Achse ohnehin kaum als Argument: Oberhalb von 16 kHz liegen bei Music 3 −68,9 dB, bei ACE-Step −67,3 dB — praktisch gleich. Drittens die Sprachen: In keiner Quelle wird Deutsch genannt; das Modell singt es trotzdem.
- Zwei unserer eigenen Vorwürfe hielten ebenfalls nicht. Wir hatten gemessen, dass Music 3 die bestellte Länge unterschreitet — 49 Sekunden statt 120. Das lag an unserer Vorgabe: Ohne Struktur-Tags hat das Modell nichts, woran es eine lange Form aufhängt, und hört auf. Mit einer echten Liedform aus `[intro]`, `[verse]`, `[chorus]`, `[bridge]` und `[outro]` liefert es 119,99 Sekunden. Und die Rechenzeit, die wir zuerst mit „zwei Minuten je Minute Musik" angesetzt hatten, war eine Kaltstart-Messung: Warm braucht es kaum mehr als Echtzeit.
- Der Grund, warum es zunächst nicht einzog, war ein anderer als erwartet — und am Ende ein anderer, als wir zwei Tage lang dachten. Music 3 bricht auf unserer Karte reproduzierbar mit `cudaErrorStreamCaptureInvalidated` ab; die Ursache liegt in ComfyUIs Vorausladen, das dafür CUDA-Graphen aufzeichnet. Der Schalter `--disable-cuda-graphs` behebt das, und wir hatten ihm den ganzen Tempoverlust zugeschrieben: Faktor neun. Das war falsch.
- 🔴 Die eigentliche Ursache war eine beschädigte Datei bei uns — und der Weg dorthin ist die Lehre. Unser Text-Encoder war **105,67 MB zu gross**. Aufgefallen ist das erst, als wir ComfyUI mit `--highvram` starteten: Dieser Weg lädt safetensors direkt auf die Grafikkarte und prüft dabei streng, ob Kopf und Datei zusammenpassen (`file not fully covered`). Der übliche Weg über den Hauptspeicher liest tolerant über solchen Überhang hinweg. Die Datei hat deshalb **zwei Monate lang funktioniert** und dabei jeden Lauf ausgebremst. Nach dem Neu-Download fiel der Kaltstart von 249 auf 94 Sekunden — ohne dass an den CUDA-Graphen irgendetwas geändert wurde.
- Der Fehler steckte im eigenen Ladeskript, und er war unvermeidbar: Dort stand eine geratene Soll-Grösse (`16713000000 # etwas Toleranz nach unten`) und ein Abbruch bei `grösser-oder-gleich`. Die echte Datei hat 16.706.629.398 Bytes — **weniger** als die Schwelle. Ein korrekter Download konnte die Abbruchbedingung also nie erfüllen; die Schleife lud weiter, und weil `curl -L -C -` bei Umleitungen hinten anhängt, wuchs die Datei, bis sie die zu hoch gesetzte Grenze überschritt. Die „Toleranz nach unten" war in Wahrheit eine Aufforderung, zu viel zu laden. Zwei weitere Modelldateien hatten denselben Schaden.
- Die Lehre daraus geht über dieses Modell hinaus: Eine Modelldatei kann monatelang laufen und trotzdem kaputt sein. Wer Gewichte lädt, prüft die Grösse **gegen den Server** und **auf Gleichheit** — nicht gegen eine notierte Zahl und nicht mit `>=`. Und wer eine unerklärliche Langsamkeit misst, sollte die Dateien prüfen, bevor er Bibliotheken verdächtigt. Wir haben in dieser Reihenfolge drei Erklärungen verworfen (ComfyUI-Version, Speicherdruck, Offload-Streams), bis die richtige übrig blieb.
- Music 3 will die Karte für sich, ACE-Step läuft nebenher. Im Normalbetrieb unserer GPU-Box halten sechs Dienste zusammen so viel Speicher, dass Music 3 seinen 8-Milliarden-Text-Encoder auslagern muss; ein einzelner Rechenschritt dauerte dann 151 Sekunden statt 0,24. Wir haben dafür ein eigenes Werkzeug gebaut, das die anderen Dienste anhält und danach zurückholt — auch wenn die Verbindung abreißt. Ein Modell, das erst ein Bühnenmanagement braucht, ist teurer als die Rechenzeit vermuten lässt.
- Zwei Qualitäts-Regler sind Sackgassen. `cfg_scale` von 1,7 auf 3,0 kostet das 28-fache an Rechenzeit, `top_k` von 50 auf 10 das Zehnfache. Beides ist auf dieser Karte kein gangbarer Weg. Bei ACE-Step ist es umgekehrt: Von 8 auf 60 Diffusionsschritte ändert das Ergebnis und kostet praktisch nichts — die höhere Stufe nehmen wir seitdem mit.
- Quantisierung lohnt sich hier überhaupt nicht — beide Male ist die größere Fassung die schnellere. Der int8-Kern (2,3 GiB) rechnete langsamer als der fp16-Kern (4,6 GiB), und beim Text-Encoder ist der Abstand drastisch: Die bf16-Fassung (16,8 GB) brauchte 37 Sekunden für ein 15-Sekunden-Stück, die int8-Fassung (9,2 GB) 115 bis 180. Der Grund ist plausibel: int8 muss zur Laufzeit entpackt werden, bf16 rechnet die Karte nativ. Damit ist die beste Fassung — fp16-Kern plus bf16-Encoder, zusammen 21,6 GB — zugleich die schnellste, und sie passt auf die 3090. Quantisierung ist auf dieser Karte eine Notlösung für Speichermangel, den wir nicht haben.
- 🔴 Das erste Hörurteil widerlegt genau die Erwartung, mit der wir die Reihe gebaut hatten. Wir haben ACE-Step 15 Genres vorgelegt — gleiche Länge, gleiches Modell, kein Liedtext, nur die Beschreibung unterschiedlich — und vorhergesagt, was schwerfallen würde: akustisches Zusammenspiel, bei dem Musiker aufeinander hören. Das Gegenteil trat ein. Die vier besten Ergebnisse sind Jazz-Trio, Streichquartett, Bluegrass und Flamenco; die vier schwächsten Deep House, Drum & Bass, Ambient und Metal. Ausgerechnet das erwartete Heimspiel elektronischer Musik fällt durch.
- Eine Erklärung, die zu allen fünf schwachen Fällen passt: Elektronische Musik lebt von exakter Wiederholung und hartem Timing — ein Kick, der immer an derselben Stelle sitzt, ein Break, der auf den Schlag fällt. Ein Diffusionsmodell erzeugt aber keine exakten Kopien, sondern plausible Annäherungen; genau die Unschärfe, die einer Geigenphrase Leben gibt, hört man einer Bassdrum als Wackeln an. Bei Gamelan kommt hinzu, dass dessen Stimmung nicht auf der westlichen Halbtonleiter liegt: Ein Modell, das aus überwiegend westlicher Musik gelernt hat, zieht die Töne dorthin zurück. Das ist eine Vermutung aus 15 Stücken, kein Befund — aber sie sagt vorher, wo weitere Versuche scheitern sollten.
- Für die Praxis heisst das: Kein Genre erreichte fünf Sterne, der Durchschnitt liegt bei 3,1. ACE-Step ist damit das schnelle Modell, nicht das gute — 40 Sekunden Musik in 23 Sekunden Rechenzeit, exakt in der bestellten Länge, aber nirgends überzeugend. Wo es auf Klang ankommt, bleibt Music 3 die Adresse und die dreissigfache Rechenzeit der Preis dafür. Wo Musik nur Hintergrund ist, reicht ACE-Step — und dort am ehesten für Akustisches, nicht für Elektronisches.
- Erlaubt bleibt nicht offen. Die „MiniMax-Music3 Community License" hat anders als die H3-Lizenz keine Länderliste — unser Publikum in Deutschland und Österreich dürfte sie also nutzen, was bei H3 nicht der Fall wäre. Sie verlangt aber, dass „MiniMax-Music3" sichtbar in der Oberfläche jedes kommerziellen Produkts steht, und ab 20 Mio. USD Jahresumsatz eine schriftliche Freigabe. Gegenüber dem MIT, unter dem ACE-Step steht, ist das ein Rückschritt.
- Ein Nebenbefund, der über dieses Modell hinausgeht: Dieselben Gewichte liegen in drei Repos unter drei verschiedenen Lizenzangaben. Das offizielle MiniMax-Repo setzt gar kein Lizenzfeld, die ComfyUI-Ausgabe steht als „apache-2.0" ausgewiesen, die GGUF-Ausgabe als „creativeml-openrail-m". Beide Angaben sind für die Gewichte falsch. Wer die Lizenz aus dem Feld abliest statt aus dem Vertrag — und das tun automatische Prüfungen — hält ein bedingtes Modell für ein freies.
Offene Punkte
- Der direkte Vergleich der beiden Modelle steht weiter aus. Für ACE-Step liegt seit dem 15. August ein Hörurteil über 15 Genres vor (Durchschnitt 3,1 von 5). Für Music 3 gibt es das nicht — das Blindpaar-Blatt mit fünf Paaren liegt unbewertet da. Solange das so ist, stützt sich „Music 3 klingt besser" auf Einzeleindrücke, nicht auf einen Vergleich.
- Das Genre-Urteil ist kein Blindtest. Der Hörer wusste, welches Genre er bestellt hatte — und was er von welchem Modell erwartet. Bei einer Skala von 0 bis 5 und fünfzehn Stücken ist das eine ernstzunehmende Fehlerquelle, gerade weil das Ergebnis der Erwartung widerspricht. Für die Richtung (akustisch besser als elektronisch) ist der Abstand deutlich genug; für die einzelnen Sterne nicht.
- Ein Stück je Genre ist eine Stichprobe von eins. Ein zweiter Seed könnte bei jedem dieser Genres woanders landen — besonders bei denen mit zwei Sternen, wo ein einzelner misslungener Anlauf das ganze Urteil trägt. Wer die Reihe ernsthaft nutzen will, braucht drei Fassungen je Genre.
- Fünf unserer eigenen Messreihen waren verzerrt, bevor die sechste stimmte. Erst durch Speicherdruck (das Modell lagerte aus), dann durch Kaltstart (der erste Lauf lädt 13 GB), dann durch ComfyUIs Ergebnis-Cache (ein identischer zweiter Lauf rechnet gar nicht und meldet 0,03 Sekunden), dann durch die abgeschalteten CUDA-Graphen — und zuletzt, über alle vorherigen hinweg, durch eine beschädigte Modelldatei, die jeden dieser Werte still nach oben zog. Jede dieser Fallen hat eine Zahl produziert, die plausibel aussah. Alle Werte in diesem Bericht, die vor dem 15. August entstanden sind, tragen die letzte Verzerrung in sich; die Charts oben sind nachgemessen.
- Ein Nebenbefund über Fremdsoftware: Ein strengerer Ladeweg ist ein Prüfwerkzeug. `--highvram` hat uns die kaputte Datei gezeigt, weil es safetensors zwingt, Kopf und Inhalt gegeneinander zu halten. Wer eine Modellsammlung auf Vollständigkeit prüfen will, braucht dafür kein eigenes Werkzeug — er muss sie nur einmal auf dem strengen Weg laden.
- Die beste Fassung von Music 3 haben wir nie laufen sehen. fp32-Kern und bf16-Encoder wiegen zusammen 28,3 GB und passen nicht auf eine 24-GB-Karte. Alles, was hier steht, gilt für eine quantisierte Fassung — jedes Qualitätsurteil über „Music 3" ist in Wahrheit eines über „Music 3, so weit es auf unsere Karte geht".
- Ein Lauf von neun starb an einem Fehler, den wir nicht erklären können. Neben den CUDA-Abbrüchen gab es einen Ausfall ohne erkennbares Muster. ACE-Step lieferte im selben Zeitraum zehn von zehn.
- Die Zeitmessung bei ACE-Step ist gröber als die bei Music 3. Music 3 liefert eigene Zeitstempel auf die Millisekunde; bei ACE-Step fragen wir alle zwei Sekunden nach. Für den Abstand zwischen 12 und 2.528 Sekunden ist das ohne Belang, für den Vergleich von 8 gegen 60 Diffusionsschritte zu grob.
- Die gehostete Fassung und die offenen Gewichte sind nicht dasselbe. „music-3.0" bedient die Schnittstelle seit dem 16. Juli für rund 0,15 USD je Stück. Ob das dieselben Gewichte sind, sagt MiniMax nicht — bei anderen Anbietern waren sie es regelmäßig nicht.
- Herkunft bleibt Herkunft. MiniMax ist ein chinesisches Unternehmen, das bei H3 die eigene Regionalsperre mit laufenden Urheberrechtsverfahren begründet hat. Dass diese Sperre bei Music 3 fehlt, sagt nichts darüber, woraus das Modell gelernt hat. Für Musik ist diese Frage schärfer als für Text — es ist derselbe Grund, aus dem unser eigener Musik-Dienst noch ein offenes Compliance-Veto trägt.
Quellen Dritter
Was wir hier berichten, berichten andere zuerst und mit eigenem Namen daneben. Datum dort, wo es belegbar ist.
- MiniMax — MiniMax Music 3.0: Next-Generation Open-Weights, Production-Ready & Versatile Music Model 2026-08-13
- Hugging Face — MiniMaxAI/MiniMax-Music3 (Modellkarte: 8B + 0,6B + 2,4B, Angabe 32 kHz) 2026-08-13
- MiniMax-Music3 Community License Agreement (Umsatzschwelle 20 Mio. USD, Namensnennungspflicht, keine Länderliste)
- GitHub — MiniMax-AI/MiniMax-Music3 (offizieller Betriebsweg über SGLang-Omni, zwei CUDA-Karten)
- ComfyUI — MiniMax Music 3: State of the Art Open Weight Music Generation 2026-08-13
- ComfyUI-Doku — MiniMax Music 3 (Struktur-Tags, max_duration, Tiled Decode)
- Hugging Face — Comfy-Org/MiniMax-Music-3 (die umgebauten Fassungen, Lizenzfeld „apache-2.0“)
- Hugging Face — molbal/Minimax-Music3-GGUF (Q4/Q8, Lizenzfeld „creativeml-openrail-m“)
- ComfyUI PR #15570 — Minimax Music 3 + Core Support for Cuda Graphs (Messungen der Entwickler: 3,3× bis 4,1×) 2026-08-13
- NVIDIA — CUDA Graph Capture Failures („capture was interrupted by external work or thread“) 2026-08-13
- GitHub — ACE-Step-1.5 (MIT, 48 kHz, bis 10 Minuten, 50+ Sprachen)
- IT-JIM — Best Open-Source AI Music Generators 2026 (acht offene Modelle mit Lizenzen im Vergleich)
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