Modelle · China · geprüft 2026-08-04

MiniMax H3

MiniMax · MiniMax H3 Community License (offen für die Schweiz, gesperrt für die EU)

Das erste offene Video-Modell, das Bild und Ton in einem Durchgang erzeugt — und das erste, dessen Lizenz uns die Nutzung überhaupt erlaubt, weil die Schweiz nicht auf der Sperrliste steht. Auf unsere Karte passt es trotzdem nicht: Nicht der Grafikspeicher ist die Wand, sondern der Arbeitsspeicher daneben.

Anbieter
MiniMax
Tier
China
Lizenz
MiniMax H3 Community License (offen für die Schweiz, gesperrt für die EU)
Gewichte
offen (self-hostbar)
Selbst betrieben
nein
Parameter
33 Mrd (dicht)
Kontext
4–15 s Clip, 24 fps, bis 2K
Modalitäten
Text · Bild verstehen · Video erzeugen · Audio
Erschienen
2026-07-31
Unsere Sicht

Einschätzung

  • Der technische Sprung ist die Zusammenlegung, nicht die Auflösung. Dialog, Geräusch und Raumklang entstehen im selben Durchgang wie das Bild — kein zweiter Lauf, kein Zusammenkleben. Wer heute einen vertonten Clip baut, betreibt zwei Ketten; H3 wäre eine.
  • Die Lizenz ist der seltene Fall, in dem unser Sitz einen Zugang öffnet. Sie gilt „worldwide, excluding the Excluded Territories“, und ausgeschlossen sind namentlich die EU, das Vereinigte Königreich, die Republik Korea und die USA. Die Schweiz steht nicht darauf. Offen ist sie deswegen nicht: Pflicht-Hinweis „Powered by MiniMax H3“, Verbot, mit den Ausgaben andere Modelle zu trainieren, Freigabe nötig ab 20 Mio. USD Jahresumsatz. Ein Vertrag, kein Gemeingut.
  • Selbst betreiben können wir es heute nicht. Die Gewichte für Text-/Bild-zu-Video wiegen 42,5 GB, der übliche Weg ist layerweises Auslagern — und damit verschiebt sich die Last vom Grafikspeicher in den Arbeitsspeicher. MiniMax’ eigenes Consumer-Rezept nennt zwei RTX 5090 und 384 GB Host-RAM. Unsere Box hat 64 GB, davon 24 GB für die Linux-Schicht freigegeben.
  • Dass es auf kleinen Karten grundsätzlich läuft, ist belegt — aber nur weit unterhalb der beworbenen Qualität: 864×480 auf einer RTX 3060, 960×540 auf einem 4090-Laptop, beide bei 32 GB System-RAM. Für die RTX 3090 gibt es keine veröffentlichte Zahl, die man ernst nehmen könnte.
Stärken
  • Bild und Stereo-Ton aus einem Modell, in einem Durchgang.
  • Referenz-Eingaben: bis zu 9 Bilder, 3 Video- und 3 Tonspuren.
  • Lizenz erlaubt Schweizer Nutzung — anders als bei EU-Sitz.
  • 2K ohne separates Hochskalier-Modell (Regeneration im Kontext).
Grenzen
  • Braucht laut Hersteller-Rezept 2× RTX 5090 und 384 GB Host-RAM.
  • Gewichte in der EU, UK, Südkorea und den USA gesperrt — dort sitzt ein Großteil unseres Publikums.
  • „Community License“ ist nicht quelloffen: Namensnennungspflicht, Trainingsverbot für Ausgaben.
  • Kein technischer Bericht, keine Hersteller-Benchmarks; Rangplätze aus einer einzigen Drittauswertung.
  • Chinesischer Anbieter, der die Regionalsperre selbst mit laufenden Urheberrechtsverfahren begründet.
Im Verein

Wo wir es einsetzen

  • Keiner — geprüft und bewusst liegengelassen, bis Speicher-Deckel und ein echter Besteller da sind.
Notizen

MiniMax H3 steht im Katalog aus demselben Grund wie Ideogram 4: weil wir es geprüft und bewusst liegengelassen haben — nur scheitert es hier an einer anderen Stelle.

Bei Ideogram war die Lizenz die Wand und die Hardware kein Problem. Bei H3 ist es umgekehrt. Die Lizenz erlaubt uns die Nutzung ausdrücklich, weil die Schweiz nicht auf der Ausschlussliste steht — es ist das erste Video-Modell, bei dem der Vereinssitz einen Zugang öffnet statt ihn zu verschließen. Aber die Gewichte wiegen 42,5 GB, das Auslagern verlagert die Last in den Arbeitsspeicher, und dort steht unsere Box bei 24 freigegebenen Gigabyte.

Das Modell ist damit weder abgelehnt noch eingeplant. Es ist notiert. Die lange Fassung mit Zahlen, Diagrammen und der Frage, wer so einen Clip überhaupt bestellen würde, steht in der Recherche.

Ein Steckbrief sagt, was ein Modell ist. Welches Modell eine konkrete Aufgabe gewinnt, entscheiden wir nicht aus dem Bauch, sondern messen es — Qualität gegen Kosten, pro Operation.